Die häufigsten Fehler beim Immobilienkauf – und wie Sie sie vermeiden
Ein Immobilienkauf ist für die meisten Menschen die größte Entscheidung ihres Lebens. Umso ärgerlicher, wenn am Anfang vermeidbare Fehler passieren, die später viel Geld kosten. Die folgenden Fehler sehen wir in der Beratung immer wieder – und die gute Nachricht ist: Jeder einzelne lässt sich mit etwas Vorbereitung umgehen.
1. Die Kaufnebenkosten unterschätzen
Der Kaufpreis ist nicht der Endbetrag. Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland 3,5 bis 6,5 Prozent), Notar und Grundbuch (rund 1,5 bis 2 Prozent) und gegebenenfalls die Maklerprovision kommen obendrauf. In Summe sind das schnell 9 bis 12 Prozent des Kaufpreises – Geld, das die Bank in der Regel nicht mitfinanziert. Wer das nicht einplant, steht kurz vor dem Notartermin plötzlich blank da.
2. Erst das Haus, dann die Finanzierung
Auf einem umkämpften Markt gewinnt oft, wer schnell zusagen kann. Wer erst nach dem Fund anfängt, die Finanzierung zu klären, ist zu langsam. Klären Sie Ihren Rahmen vorher. Mit einem Finanzierungspass zeigen Sie Verkäufern schwarz auf weiß, dass Sie zahlungsfähig sind – das verschafft Ihnen einen echten Vorsprung.
3. Nur die Hausbank fragen
Die Hausbank bietet ihr eigenes Produkt an, nicht das beste am Markt. Der Unterschied zwischen dem ersten und dem günstigsten Angebot kann über die Laufzeit fünfstellig sein. Ein Vergleich mehrerer Banken kostet Sie nichts und ist bei uns Standard – wir prüfen über 500 Banken.
4. Den Kaufpreis nicht prüfen
Zahlen Sie zu viel, finanzieren Sie zu viel – und die Bank bewertet die Immobilie womöglich niedriger als den Kaufpreis. Dann fehlt plötzlich Eigenkapital. Eine Kaufpreisprüfung und Immobilienbewertung vor der Antragstellung schützt vor beidem. Das übernehmen wir für Sie.
5. Die Zinsbindung falsch wählen
Eine kurze Zinsbindung sieht auf dem Papier günstiger aus. Endet sie in einem Hochzinsjahr, kann die Anschlussfinanzierung teuer werden. Wie lange sinnvoll ist, hängt von Ihrer Restschuld und Ihrem Sicherheitsbedürfnis ab – pauschal lässt sich das nicht sagen, aber man sollte es bewusst entscheiden statt nach Bauchgefühl. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Anschlussfinanzierung.
6. Fördermittel liegen lassen
KfW-Kredite und Zuschüsse für Kauf, Neubau oder Sanierung senken die Gesamtkosten – werden aber oft vergessen oder falsch beantragt. Welche Programme für Ihr Vorhaben passen, klären wir mit Ihnen und übernehmen die Beantragung durch erfahrene Förderberater.
Die drei teuersten Fehler
7. Den Sanierungs- und Energiezustand übersehen
Gerade bei Bestandsimmobilien wird der energetische Zustand unterschätzt. Eine schlechte Energieklasse bedeutet hohe Heizkosten und oft Sanierungsbedarf – Kosten, die in die Kalkulation gehören. Wie Käufer clever finanzieren und sanieren, zeigt der Beitrag „Älteres Haus kaufen – was kostet mich das wirklich?”.
8. Keinen Puffer einplanen
Eine Finanzierung, die nur im Idealfall aufgeht, ist keine gute Finanzierung. Reparaturen, ein Wechsel der Lebenssituation oder ein wegfallendes Einkommen sollten Sie nicht in die Bredouille bringen. Rechnen Sie mit Reserve – lieber etwas konservativer.
9. Das Objekt vor der Suche verlieben
Wer sich in ein Objekt verliebt, das nicht ins Budget passt, trifft schlechte Entscheidungen. Kennen Sie Ihren Rahmen und suchen Sie gezielt. Noch keine Immobilie gefunden? Bei der Immobiliensuche unterstützen wir Sie.
Kurz gesagt
Die meisten dieser Fehler passieren, weil am Anfang die Zeit drängt. Genau deshalb lohnt es sich, die Finanzierung vor der Objektsuche aufzustellen. Dann treffen Sie Ihre Kaufentscheidung aus einer Position der Ruhe – und nicht unter Druck.
Häufige Fragen zum Immobilienkauf
*Stand: Juli 2026. Steuersätze und Förderkonditionen sind regional und zeitlich unterschiedlich; wir prüfen sie für Ihren Fall.*-
Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland 3,5 bis 6,5 Prozent), Notar und Grundbuch (rund 1,5 bis 2 Prozent) und gegebenenfalls Maklerprovision – zusammen meist 9 bis 12 Prozent des Kaufpreises. Diese Kosten finanziert die Bank in der Regel nicht mit.
-
Idealerweise decken Sie die Kaufnebenkosten und darüber hinaus 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises aus Eigenkapital. Das senkt Zins und Rate. Es geht auch mit weniger – dann steigen die Konditionen.
-
Ja. Eine unabhängige Kaufpreisprüfung schützt davor, zu viel zu zahlen und zu viel zu finanzieren. Wir bieten sie kostenfrei an.
-
Das hängt von Restschuld und Sicherheitsbedürfnis ab. In unsicheren Zinsphasen gibt eine längere Zinsbindung mehr Planungssicherheit. Wir rechnen die Varianten durch.
-
Unbedingt. Wir bereiten Ihre Finanzierung vor, sodass Sie sofort handlungsfähig sind, sobald Sie Ihr Wunschobjekt gefunden haben.